Verschärfung der Bestimmungen über das vereinfachte Abrechnungsverfahren

Auf Beschluss des Bundesrates werden die Möglichkeiten zur Anwendung des vereinfachten Abrechnungsverfahrens per 1. Januar 2018 stark eingeschränkt. Neu steht dieses Kapitalgesellschaften, Genossenschaften und mitarbeitenden Ehegatten / Kinder im eigenen Betrieb nicht mehr zur Verfügung.

Mit dem vereinfachten Abrechnungsverfahren konnten geringfügige Löhne mit einem Quellensteuersatz von 5 Prozent abgerechnet werden. Aufgrund der Änderung des Bundesgesetzes über Massnahmen zur Bekämpfung der Schwarzarbeit ist dies ab 1. Januar 2018 nur noch Privatpersonen und Personenunternehmen möglich.

ÄNDERUNG DER MWST-SÄTZE PER 1. Januar 2018

Nach der Ablehnung der Reform der Altersvorsorge am 24. September 2017 werden per 1. Januar 2018 neue MWST-Sätze zur Anwendung kommen. Die MWST-pflichtigen Unternehmen müssen daher die Umstellung der Buchhaltungssysteme und die Anpassung der Rechnungsvorlagen zeitgerecht vornehmen.

Nachfolgend sind die Änderungen der MWST-Sätze aufgelistet:

  • Normalsatz von 8% auf neu 7.7%
  • Sondersatz von 3.8% auf neu 3.7%
  • reduzierter Satz bleibt unverändert bei 2.5%

Ebenfalls betroffen sind die MWST-Sätze, die bei der Saldosteuersatz-Methode zur Anwendung kommen. Die neuen Sätze sind auf der Homepage der Eidgenössischen Steuerverwaltung ersichtlich.

Steuergesetzrevision Kanton Luzern

Im Rahmen des Konsolidierungsprogrammes 2017 treten per 1. Januar 2018 folgende wichtigen Steuergesetzesänderungen in Kraft:

  • Der Fahrkostenabzug (Pendlerkostenabzug) wird pro Person auf max. Fr. 6 000 pro Jahr beschränkt.
  • Der Eigenbetreuungsabzug für Kinder wird von Fr. 2 000 auf Fr. 1 000 gesenkt, der Fremdbetreuungsabzug im Gegenzug von Fr. 4 700 auf Fr. 5 700 erhöht.
  • Der Teilbesteuerungsabzug der Erträge aus massgebenden Beteiligungen (Besitz von mind. 10% des Grund- oder Stammkapitals) wird von 50% auf 40% gesenkt, diese Erträge sind daher in Zukunft zu 60% steuerbar.

Teilrevision MWST-Gesetz

Die Teilrevision des MWST-Gesetzes tritt per 1. Januar 2018 in Kraft. Neu wird für die Limite, ab welcher ein Unternehmen steuerpflichtig wird (Fr. 100 000), nicht mehr auf den inländischen, sondern auf den weltweit erzielten Umsatz abgestellt.

Dies hat zur Folge, dass Unternehmen mit Sitz im Ausland und weltweitem Umsatz über Fr. 100 000 für jede in der Schweiz erbrachte steuerbare Leistung MWST-pflichtig sind. Damit wird der Wettbewerbsnachteil des inländischen gegenüber dem ausländischen Gewerbe beseitigt.

Administrative Entlastung für Unternehmen bei der AHV-Meldung

Die unterjährige AHV-Meldepflicht neuer Mitarbeiter wurde vom Bundesrat per 1. Juni 2016 aufgehoben.

Dazu wurde die Verordnung über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVV) angepasst. Neu müssen Arbeitnehmer der Ausgleichskasse nicht mehr bis spätestens 30 Tage nach Stellenantritt gemeldet werden. Die Anmeldung hat jedoch spätestens mit der Lohnabrechnung zu Beginn des Folgejahres zu erfolgen.

Ebenfalls aufgehoben wird der bisher zuhanden des Versicherten ausgestellte Versicherungsnachweis, womit der Anschluss bei der Ausgleichskasse bestätigt wurde.